Mehrgenerationale systemische
Psychotraumatologie (MSP) nach Ruppert
"Verstrickungen erkennen und lösen"
Aufstellungsarbeit zur Lösung aus destruktiven Beziehungen
Ich habe persönlich von der Fortbildung
für Systemische Aufstellungen in mehrgenerationaler systemischer
Psychotraumatologie (MSP) nach Prof. Dr. Franz Ruppert viel profitiert und bin froh, diese Methode als Bereicherung
und Erweiterung meiner Arbeit anbieten zu können.
Sie
ist ein weiterer Nachkomme der Aufstellungsarbeit, die von Bernd
Hellinger entwickelt wurde. In diesem Ansatz werden neue Erkenntnisse
der Bindungsforschung (Bowlby, Brisch, u.a.) und der Traumatherapie
(Riedesser und Fischer, Niehus, Huber, u.a.) mit der systemischen Sicht
der Aufstellungsarbeit verflochten.
Es geht um die Lösung aus energetischen Verstrickungen, die im System
präsent sind und sich auswirken. Diese haben ihre Ursache oft in der
Elterngeneration, oder den vorherigen Generationen, wurden dann
energetisch und als Beziehungsmuster
weitergegeben. Es geht um Schwierigkeiten als Folge schwieriger
Bindungserfahrungen. Bezugspersonen, besonders Mütter,
die emotional nicht verfügbar sind, die unter eigenen belastenden
Erlebnissen
leiden, sind nicht in der Lage das Kind angemessen emotional zu
versorgen.
Das
Kind befindet sich in Abhängigkeit und in intimer Nähe zu dieser
Bezugsperson und kann nicht anders, als einen Teil der belastenden
Ereignisse mitzutragen. Dies ist eine Überforderung, die meistens in
Spätfolgen wie Selbstwertproblematik, Depressionen,
Beziehungsproblemen, Ängsten oder im Extremfall zur Wiederholung
ähnlicher traumatischer Erlebnisse im eigenen Leben endet.
Dabei
ist es wichtig, den Begriff des Traumas nochmal genauer zu betrachten.
Man kann ihn in 2 Entstehungsarten unterscheiden, die jedoch oft
zusammenhängen:
1. Das traumatische Ereignis war punktuell, also ein
deutlich wahrnehmbares, zeitlich
abgegrenztes Ereignis, vielleicht mit
Wiederholungen (Unfall, Gewalt, Krieg, sex.
Mißbrauch, auch in früheren Generationen, die darüber oft nicht sprechen)
2. Das Trauma war
zeitlich eher begleitend, ständig präsent, wie z.B. emotionale
Unterversorgung, Fehlen von nährender, haltgebender Kontaktaufnahme,
unsichere,
ambivalente Beziehung mit immer neuen Enttäuschungen, etc.
Für das Kind ist jedoch eine Überforderung und außerdem
übernimmt es Anteile der seelischen Belastung der Bezugsperson. Das
Muster der Verstrickung ist gebildet, Teile des Traumas sind
übernommen.
Die Arbeit mit traumatisierten Anteilen braucht in bestimmten Aspekten besondere Herangehensweisen:
• Die Repräsentation der wichtigsten Personen (Eltern, Großeltern,
Geschwister, etc) und der wichtigen inneren Anteile durch die
Stellvertreter ermöglicht eine Entzerung. Was innerhalb eines Menschen,
bzw zwischen ihm und seinen Bezugspersonen geschehen ist, wird in den
äußeren Raum verlagert und dadurch besser wahrnehmbar und
unterscheidbar. Lösung von destruktiven Beziehungsanteilen und
Verbindung zu gesunden Anteilen wird leichter möglich. Dieser Weg der
Übertragung des "inneren" Kräftefeldes auf die im Raum agierenden
Stellvertreter ermöglicht nach und nach eine gleichzeitig behutsame wie
wirkungsvolle Auflösung eines Traumas.
• Der berechtigte Schutz vor den schwierigen Gefühlen der
traumatisierten Anteile eines Menschen muß gewürdigt werden. Jeder
Mensch entwickelt Überlebensanteile, mit deren Hilfe er im Alltag
funktionieren kann, mit denen er aber die schmerzhaften Erfahrungen
verdrängt. Nur mit Achtung, Wertschätzung und Hilfe dieser
Überlebensanteile sowie der immer auch vorhandenen gesunden Anteile
gelingt es, die abgespaltenen seelischen Anteile wieder zurückzuholen
und zu integrieren.
Ich möchte hier auch darauf
hinweisen, dass es nicht der Anspruch an eine einzige Aufstellung sein kann,
ein Trauma zu lösen, gleichzeitig
kann sich aber bei jeder Aufstellung einiges in Richtung Heilung bewegen.
Ein ausführlicherer
Informationstext dazu ist
hier zu lesen.